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Bad barrierefrei umbauen: Was möglich ist und was es kostet

Bad barrierefrei umbauen – bodengleiche Dusche mit Haltegriffen, Klappsitz und unterfahrbarem Waschtisch

Wer ein Bad barrierefrei umbauen will, denkt meistens zuerst an die Dusche. Das ist richtig — aber es ist nur ein Teil. Entscheidend sind drei Dinge: die Schwelle, die Bewegungsfläche und die Frage, ob die Wände später einen Haltegriff tragen. Zwei davon lassen sich nachträglich nur mit erheblichem Aufwand ändern.

Der bessere Zeitpunkt für ein hindernisfreies Bad ist deshalb nicht der Moment, in dem es nötig wird, sondern die ohnehin anstehende Badsanierung fünf oder zehn Jahre vorher. Der Mehrpreis ist dann klein. Später ist es ein zweiter Umbau.

Was «hindernisfrei» in der Schweiz konkret heisst

Der Massstab ist die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten». Für Sanitärräume in Wohnbauten nennt sie unter anderem:

  • Nutzbare Türbreite mindestens 0,80 m — Drehtüren möglichst nach aussen öffnend, damit die Tür im Notfall nicht durch eine gestürzte Person blockiert wird
  • Raumtiefe an keiner Stelle unter 1,70 m, minimale Nutzfläche rund 3,80 m² (bei kombinierten Dusch-/WC-Räumen in Kleinwohnungen 3,60 m²)
  • Freifläche vor dem WC von mindestens 0,80 × 1,20 m, Achsabstand des WC ab Raumecke rund 0,45 m
  • Duschen vorzugsweise schwellenlos und bodeneben, mit einem Gefälle von maximal 2 Prozent

Für private Umbauten ist die Norm nicht zwingend — sie ist aber der beste verfügbare Massstab, und sie ist die Grundlage, auf die sich Fachstellen, Ergotherapie und Kostenträger beziehen. Wer sich daran hält, baut ein Bad, das auch mit Rollator oder Rollstuhl funktioniert.

Die bodengleiche Dusche — der wichtigste Schritt

Der Ersatz der Badewanne durch eine bodenebene Dusche ist die häufigste und wirksamste Massnahme. Was dabei zu klären ist:

Die Aufbauhöhe. Damit das Wasser abläuft, braucht es Gefälle — und dafür Höhe im Bodenaufbau. In Altbauten ist diese Höhe nicht immer vorhanden. Dann kommen flache Duschrinnen oder Wandabläufe zum Einsatz, die mit weniger Aufbau auskommen. In einzelnen Fällen bleibt nur eine ganz flache Duschtasse mit einer Schwelle von zwei bis drei Zentimetern — nicht ideal, aber mit einem Rollator noch befahrbar.

Die Abdichtung. Bei einer bodenebenen Dusche gibt es keinen Wannenrand, der das Wasser hält. Die Verbundabdichtung unter den Platten ist damit das einzige, was zwischen Duschwasser und Bausubstanz steht. Hier zu sparen rächt sich innerhalb weniger Jahre.

Der Belag. Nass werdende Flächen brauchen eine ausreichende Rutschhemmung. Grossformatige Platten mit wenigen Fugen sind pflegeleicht, sehr glatte Oberflächen sind im nassen Zustand jedoch heikel. Wir wählen den Belag deshalb nach Rutschklasse aus, nicht nur nach Optik.

Haltegriffe: die Wand ist wichtiger als der Griff

Ein Haltegriff muss das volle Körpergewicht tragen, auch bei einem plötzlichen Sturz. In eine Leichtbauwand oder in eine Vorwandschale lässt er sich nachträglich nicht einfach dübeln. Deshalb gilt: Beim Umbau werden die Wände an den relevanten Stellen verstärkt — mit eingebauten Traversen oder durchgehenden Holzeinlagen hinter den Platten, an der Dusche, neben dem WC und beim Lavabo.

Das kostet beim Umbau fast nichts und macht den Unterschied zwischen «später montierbar» und «später nur mit neuem Plattenspiegel». Selbst wenn heute niemand einen Griff braucht: Die Verstärkung kommt rein, der Griff kommt später.

Die weiteren Punkte, die im Alltag zählen

  • WC-Höhe. Erhöhte WCs (rund 46 bis 48 cm Sitzhöhe) erleichtern das Aufstehen deutlich. Beim Neubau eines Vorwandelements ist die Höhe frei wählbar.
  • Unterfahrbares Lavabo. Ohne Unterschrank, mit flachem Unterputz- oder Flachaufputz-Siphon, damit die Knie Platz haben.
  • Armaturen. Einhebelmischer mit langem Hebel statt Drehknöpfe. Für Menschen mit eingeschränkter Handkraft ein grosser Unterschied.
  • Verbrühschutz. Eine Thermostatarmatur mit Temperaturbegrenzung schützt vor Verbrühungen — besonders relevant, wenn die Reaktionszeit eingeschränkt ist.
  • Licht. Blendfreie, helle Ausleuchtung ohne dunkle Ecken. Ein Bewegungsmelder für die Nacht ist billig und wirkt.
  • Schiebetür statt Drehtür, wenn der Platz vor dem Bad knapp ist.

Bad barrierefrei umbauen: was kostet es?

Die Bandbreite ist gross, weil sie vom Ausgangszustand abhängt. Als Orientierung:

Umfang Grössenordnung
Wanne raus, bodenebene Dusche rein, Platten im Duschbereich neu CHF 4’500 – 14’500
Gesamter altersgerechter Umbau: bodenebene Dusche, erhöhtes WC, unterfahrbares Lavabo, Haltegriffe und neue Armaturen CHF 15’000 – 25’000
Komplettumbau mit neuem Grundriss, breiterer Tür, neuem Bodenaufbau CHF 25’000 – 50’000

Rund 60 Prozent davon sind Arbeit. Die zweite Zeile ist kein Aufpreis auf die erste, sondern der Preis für den gesamten altersgerechten Umbau — Dusche, WC, Lavabo, Haltegriffe und Armaturen zusammen. Der Aufpreis für die hindernisfreie Ausführung gegenüber einem Standard-Umbau liegt bei rund CHF 2’000 – 4’000 und ist damit kleiner, als viele erwarten — sofern man es von Anfang an so plant. Der teure Teil ist der Bodenaufbau, und der wird bei einer Sanierung ohnehin angefasst. Fragen zu den Kosten für Ihr Bad können Sie uns über das Kontaktformular stellen.

Finanzierung: wo sich Nachfragen lohnt

Es gibt kein einheitliches Förderprogramm für hindernisfreie Bäder. Je nach Situation kommen aber verschiedene Wege in Frage:

  • Invalidenversicherung — Hilfsmittel und bauliche Anpassungen bei anerkannter Invalidität, mit Anspruch vor dem AHV-Alter
  • AHV-Hilfsmittel — im Rentenalter enger gefasst, aber im Einzelfall prüfenswert
  • Ergänzungsleistungen — können in bestimmten Fällen Kosten für notwendige Anpassungen übernehmen
  • Pro Infirmis, Pro Senectute und kantonale Fachstellen — Beratung und teilweise Beiträge; sie kennen auch die Antragswege
  • Steuern — behinderungsbedingte Kosten sind unter Bedingungen abzugsfähig. Das ist eine Frage für die Steuerberatung, nicht für den Sanitär.

Ein Hinweis aus der Praxis: Gesuche gehören vor Baubeginn eingereicht. Wer erst nachher fragt, hat den Anspruch in vielen Programmen bereits verloren. Und: Eine Abklärung durch eine Ergotherapeutin oder eine Bauberatungsstelle vor der Planung ist meist kostenlos und oft der beste Franken, den man nicht ausgibt — sie sagt Ihnen, was tatsächlich gebraucht wird, statt was der Katalog anbietet.

Zur Miete: was geht und was nicht

In einer Mietwohnung braucht jede bauliche Veränderung die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Bei einem klar begründeten Bedarf sind viele Verwaltungen kooperativ, gerade wenn die Massnahme den Wert der Wohnung nicht mindert — eine bodenebene Dusche ist heute für alle Mietenden ein Vorteil. Klären Sie vorher schriftlich, ob beim Auszug ein Rückbau verlangt wird. Reversible Massnahmen wie Klemm-Haltegriffe, Duschhocker oder eine WC-Sitzerhöhung brauchen dagegen keine Bewilligung.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Badewanne durch eine bodengleiche Dusche zu ersetzen?

Als Grössenordnung rechnen wir mit CHF 4’500 – 14’500, wenn der Duschbereich neu aufgebaut und geplattet wird. Der Preis hängt vor allem am Bodenaufbau: Ist genügend Höhe für das Gefälle vorhanden, wird es günstiger; muss der Estrich geöffnet werden, teurer. Eine verbindliche Offerte erstellen wir nach dem Aufmass vor Ort.

Wie breit muss die Badezimmertür für einen Rollstuhl sein?

Die Norm SIA 500 verlangt eine nutzbare Türbreite von mindestens 0,80 Metern. Gemeint ist das lichte Durchgangsmass bei geöffneter Tür, nicht die Rohbauöffnung. Drehflügeltüren sollten sich vorzugsweise nach aussen öffnen, damit sie im Notfall nicht blockiert werden können. Wo der Platz knapp ist, ist eine Schiebetür die praktischere Lösung.

Kann man Haltegriffe nachträglich montieren?

Nur dort, wo die Wand es trägt. In Massivwänden ist das meist möglich, in Leichtbauwänden und Vorwandschalen ohne eingebaute Verstärkung nicht zuverlässig — und ein Griff, der bei einem Sturz nachgibt, ist gefährlicher als keiner. Wir bauen deshalb bei jedem Badumbau Verstärkungen an den relevanten Stellen ein, auch wenn heute noch kein Griff montiert wird. Der Mehraufwand ist minim.

Ist eine bodengleiche Dusche im Altbau überhaupt möglich?

In den meisten Fällen ja, aber nicht immer vollständig schwellenlos. Entscheidend ist die verfügbare Aufbauhöhe für das Gefälle. Reicht sie nicht, arbeiten wir mit flachen Duschrinnen oder Wandabläufen. Bleibt eine minimale Schwelle von zwei bis drei Zentimetern, ist das mit Rollator meist noch befahrbar, mit Rollstuhl in der Regel nicht. Das klären wir beim Aufmass, bevor irgendetwas bestellt wird.

Wer übernimmt die Kosten für einen hindernisfreien Umbau?

Ein einheitliches Förderprogramm gibt es nicht. Je nach Situation kommen Leistungen der Invalidenversicherung, AHV-Hilfsmittel, Ergänzungsleistungen oder Beiträge von Fachstellen wie Pro Infirmis und Pro Senectute in Frage. Wichtig ist, das Gesuch vor Baubeginn einzureichen — nachträgliche Anträge werden in vielen Programmen abgelehnt. Eine Bauberatung oder Ergotherapie klärt den Bedarf und die Antragswege meist kostenlos.

Beratung in Wil, Uzwil und der Region

Die René Hugentobler AG plant und baut Bäder in der Ostschweiz — als Familienbetrieb seit 1989, mit Werkstatt an der Mettlenstrasse 9 in Züberwangen. Beim Aufmass schauen wir uns an, was baulich möglich ist, und sagen Ihnen ehrlich, wo die Grenzen liegen.

Wer bei dieser Gelegenheit auch die Heizung erneuern möchte, erhält mit dem Wärmepumpen-Rechner eine erste Einschätzung.

Mehr zu unseren Leistungen auf der Seite Sanitär und Badumbau, für die Region auch Badumbau Wil, Badumbau Flawil und Sanitär Uzwil.

Telefon 071 944 30 70 — wir kommen vorbei und schauen es uns an.

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