Der GEAK Schweiz ist für viele Hauseigentümer ein Fremdwort – bis sie eine Heizungssanierung planen und plötzlich feststellen, dass er Voraussetzung für wichtige Förderbeiträge ist. Als Gebäudeenergieausweis der Kantone zeigt er auf einen Blick, wie energieeffizient ein Gebäude ist und wo der grösste Handlungsbedarf besteht. In diesem Artikel erkläre ich, was der GEAK genau ist, wann er Pflicht ist, was er kostet und wie Sie in der Ostschweiz davon profitieren können.

Was ist der GEAK – und was unterscheidet ihn vom GEAK Plus?
Der GEAK steht für Gebäudeenergieausweis der Kantone. Er bewertet ein Gebäude anhand von drei Merkmalen: der Energieeffizienz der Gebäudehülle (Dach, Fassade, Fenster), der Gesamtenergieeffizienz (inklusive Heizung, Warmwasser und weiterer Verbraucher) sowie den direkten CO2-Emissionen. Das Ergebnis wird auf einer Skala von A (sehr effizient) bis G (wenig effizient) dargestellt – ähnlich wie bei Haushaltsgeräten.
Der GEAK Plus geht einen Schritt weiter: Er enthält zusätzlich konkrete Sanierungsempfehlungen. Ein zertifizierter Experte analysiert Ihr Gebäude und zeigt auf, welche Massnahmen – etwa eine neue Wärmepumpe, eine Fassadendämmung oder neue Fenster – den grössten Nutzen bringen. Dabei werden in der Regel zwei bis drei Sanierungsvarianten mit unterschiedlichen Investitionsstufen verglichen.
Wir bei Hugentobler empfehlen unseren Kunden in der Regel den GEAK Plus. Wer eine Sanierung plant, erhält damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage – und spart langfristig mehr, als der Mehraufwand kostet.
GEAK vs. GEAK Plus: Ein kurzer Vergleich
| Merkmal | GEAK | GEAK Plus |
|---|---|---|
| Energieklasse Gebäudehülle | Ja | Ja |
| Energieklasse Gesamtenergie | Ja | Ja |
| Sanierungsempfehlungen | Nein | Ja |
| Sanierungsvarianten im Vergleich | Nein | Ja (2–3 Varianten) |
| Voraussetzung für Förderprogramme | Teilweise | Häufig gefordert |
Wer braucht einen GEAK – und wann ist er Pflicht?
Im Kanton St. Gallen ist ein GEAK beim Eigentümerwechsel nicht obligatorisch. In anderen Kantonen ist diese Frage unterschiedlich geregelt, weshalb Eigentümer die Vorschriften ihres Kantons prüfen sollten – insbesondere wenn ein Verkauf oder eine grössere Sanierung geplant ist. Wie die Wärmepumpenförderung in den Nachbarkantonen geregelt ist, lesen Sie in unseren Beiträgen zur Förderung Wärmepumpe Kanton Thurgau und zur Förderung Wärmepumpe Appenzell.
Unabhängig von der Pflicht ist der Gebäudeenergieausweis der Kantone in folgenden Situationen sinnvoll:
- Sie planen eine Heizungssanierung und möchten Förderbeiträge beantragen
- Sie möchten wissen, welche Sanierungsmassnahmen sich am meisten lohnen
- Sie möchten Ihr Haus verkaufen und den Energiezustand transparent ausweisen
- Sie haben ein älteres Gebäude und möchten den Weg zur Klimaneutralität planen
- Sie beantragen ein Hypothekardarlehen mit Nachhaltigkeitsbonus bei Ihrer Bank
Besonders in der Ostschweiz – im Toggenburg, im Rheintal oder im Thurgau – stehen viele Einfamilienhäuser aus den 1960er- bis 1980er-Jahren vor einer energetischen Erneuerung. Für diese Gebäude ist der GEAK Plus ein guter Einstieg in die Sanierungsplanung. Welche Heizsysteme dabei in Frage kommen, zeigen wir auf unserer Seite Heizung und Heizungsersatz.
GEAK Kosten und Förderung in der Ostschweiz
Die GEAK Kosten für ein typisches Einfamilienhaus liegen zwischen 800 und 1’500 Franken. Der genaue Betrag hängt von der Grösse und Komplexität des Gebäudes sowie davon ab, ob ein einfacher GEAK oder ein GEAK Plus erstellt wird. Der GEAK Plus ist aufwändiger und liegt entsprechend im oberen Bereich dieser Spanne.
Wichtig zur Einordnung: Der Kanton St. Gallen fördert den GEAK nicht als solchen. Gefördert wird ein Gebäudemodernisierungskonzept – mit CHF 4’500 für Ein- und Zweifamilienhäuser, CHF 5’500 für Mehrfamilienhäuser ab drei Wohneinheiten und CHF 8’000 für Dienstleistungsbauten und Schulen, höchstens jedoch die tatsächlichen Kosten des Konzeptes. Wird innert zwei Jahren nach Erstellung des Konzeptes eine Massnahme aus dem Förderprogramm beantragt, kommt ein Umsetzungsanreiz von CHF 2’500 bis 5’000 dazu. Für die Verbesserung der GEAK-Effizienzklasse der Gebäudehülle zahlt der Kanton zudem CHF 30 pro Quadratmeter Energiebezugsfläche für Klasse C und CHF 40 für Klasse B oder A. Mehr Details zur kantonalen Unterstützung finden Sie in unserem Beitrag zur Förderung Wärmepumpe Kanton St. Gallen.
Wir bei Hugentobler haben in den letzten Jahren zahlreiche Kunden im Raum Wil, Uzwil und Flawil beim GEAK-Prozess begleitet. Dabei zeigt sich immer wieder: Wer den GEAK frühzeitig in Auftrag gibt, kann Förderbeiträge gezielter planen und vermeidet es, Massnahmen in der falschen Reihenfolge umzusetzen. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Beitrag zum Thema GEAK in der Region Wil.
So läuft die GEAK-Erstellung ab
Der GEAK wird ausschliesslich von zertifizierten GEAK-Experten erstellt. Das sind Fachleute mit einer anerkannten Ausbildung, die auf einer offiziellen Liste des Vereins GEAK registriert sind. Als Heizungsfachmann kann ich den GEAK nicht selbst ausstellen – ich arbeite aber eng mit zertifizierten Experten in der Region zusammen und kann die Koordination übernehmen.
Der Ablauf in der Praxis sieht typischerweise so aus:
- Unterlagen zusammenstellen: Grundrisse, Baujahr, Angaben zu Dämmmassnahmen, Heizsystem, Fenster
- Begehung durch den Experten: Der zertifizierte GEAK-Experte besichtigt das Gebäude vor Ort
- Berechnung und Auswertung: Der Experte erfasst alle relevanten Daten und berechnet die Energieklassen
- Bericht und Empfehlungen (GEAK Plus): Sie erhalten einen schriftlichen Bericht mit Sanierungsvarianten
- Förderantrag stellen: Mit dem fertigen GEAK können Sie Förderbeiträge beantragen
Ein wichtiger Hinweis: Stellen Sie den Förderantrag vor Beginn der Sanierungsarbeiten. Wer zuerst baut und dann erst den Antrag einreicht, riskiert, leer auszugehen. Steuerliche Aspekte rund um energetische Sanierungen besprechen Sie am besten mit Ihrem Treuhänder.
Häufige Fragen zum GEAK Schweiz
Ist der GEAK im Kanton St. Gallen beim Hausverkauf Pflicht?
Nein. Im Kanton St. Gallen ist ein GEAK beim Eigentümerwechsel nicht obligatorisch. In anderen Kantonen ist dies unterschiedlich geregelt, weshalb sich vor einem Verkauf ein Blick in die kantonalen Vorschriften lohnt. Unabhängig davon schafft ein GEAK Vertrauen beim Käufer und kann den Verkaufsprozess erleichtern.
Was ist der Unterschied zwischen GEAK und Energieausweis aus dem Ausland?
Der Gebäudeenergieausweis der Kantone ist ein schweizspezifisches Instrument und nicht mit dem deutschen Energieausweis (EnEV/GEG) vergleichbar. Die Berechnungsmethodik, die Skala und die Anforderungen unterscheiden sich. Ausländische Ausweise werden für Schweizer Förderprogramme nicht anerkannt.
Kann ich den GEAK selbst erstellen?
Nein. Der GEAK darf ausschliesslich von zertifizierten GEAK-Experten ausgestellt werden. Eine Selbstauskunft oder ein vereinfachter Online-Rechner ersetzt den offiziellen Ausweis nicht und wird von Förderstellen nicht akzeptiert.
Wie lange ist ein GEAK gültig?
Ein GEAK ist in der Regel zehn Jahre gültig, sofern keine wesentlichen baulichen Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden. Nach einer grösseren Sanierung – etwa einem Heizungsersatz oder einer Fassadendämmung – sollte der GEAK aktualisiert werden, um die neue Energieklasse korrekt auszuweisen.
Lohnt sich der GEAK Plus gegenüber dem einfachen GEAK?
Für die meisten Sanierungsvorhaben lohnt sich der GEAK Plus klar. Die Mehrkosten gegenüber dem einfachen GEAK sind überschaubar, dafür erhalten Sie konkrete Sanierungsempfehlungen und einen Fahrplan, der Ihnen hilft, Massnahmen in der richtigen Reihenfolge und mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis umzusetzen. Viele Förderprogramme setzen den GEAK Plus zudem explizit voraus.
Jetzt GEAK-Vorbereitungs-Checkliste herunterladen
Bevor der GEAK-Experte zu Ihnen kommt, lohnt es sich, die wichtigsten Unterlagen bereitzuhalten. Das spart Zeit, reduziert den Aufwand beim Vor-Ort-Termin und hilft Ihnen, den Prozess effizient zu gestalten. Wir bei Hugentobler haben eine praxiserprobte Checkliste zusammengestellt, die zeigt, welche Dokumente und Angaben Sie für die GEAK-Erstellung benötigen.
Laden Sie jetzt unsere kostenlose GEAK-Vorbereitungs-Checkliste herunter und starten Sie gut vorbereitet in Ihre Sanierungsplanung. Die Checkliste ist speziell auf Hauseigentümer in der Ostschweiz abgestimmt und berücksichtigt die Besonderheiten der kantonalen Förderprogramme in St. Gallen, Thurgau und Appenzell.