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Heizung entlüften

Luft im System erkennen, Heizkörper richtig entlüften und den Anlagendruck kontrollieren

Die kurze Antwort

Luft im Heizsystem verhindert, dass der Heizkörper richtig warm wird. Entlüften dauert pro Heizkörper wenige Minuten und lässt sich selbst erledigen. Danach gehört der Anlagendruck kontrolliert.

Auf einen Blick

Heizung entlüften: die Eckwerte auf einen Blick

Fünf Zahlen und Regeln, die den ganzen Vorgang tragen.

1,8 bis 2,0 bar

Anlagendruck

Üblicher Bereich am Manometer bei kalter Anlage. Sinkt der Druck Richtung 1,0 bar, gehen viele Anlagen auf Störung.

30 Minuten

Pumpe aus, dann warten

So lange bleibt die Umwälzpumpe ausgeschaltet, damit sich die Luft an den höchsten Punkten sammeln kann.

Wenige Minuten

Pro Heizkörper

Ist alles vorbereitet, ist ein Heizkörper schnell entlüftet. Der Aufwand steckt im Vorbereiten, nicht im Ventil.

Innen nach aussen

Reihenfolge

Beim Heizkörper beginnen, der der Heizung am nächsten liegt, dann nach aussen und von unten nach oben.

Am Verteiler

Fussbodenheizung

Eine Fussbodenheizung wird nicht am Heizkörper entlüftet, sondern kreisweise am Verteiler gespült.

Heizung entlüften: woran man merkt, dass Luft im System ist

Luft meldet sich, lange bevor die Heizung wirklich ausfällt. Vier Anzeichen kommen immer wieder vor.

Der Heizkörper ist oben kalt und unten warm

Das ist das deutlichste Zeichen: Wo Luft steht, kommt kein Wasser hin. Fahren Sie mit der Hand von unten nach oben über den Heizkörper — wo es plötzlich kühl wird, beginnt das Luftpolster.

Es gluckert oder rauscht im Heizkörper

Ein Gluckern entsteht, wenn Luftblasen mit dem Wasser durch die Rohre wandern. Was hinter dem Geräusch steckt und wie dringend es ist, steht im Geräusch-Lexikon unter Heizung gluckert.

Der Raum wird nicht warm, obwohl das Ventil offen ist

Das Thermostatventil steht auf voller Stufe, der Heizkörper bleibt lau. Wenn gleichzeitig andere Räume normal warm werden, liegt es selten an der Regelung und meistens an Luft.

Es war kürzlich jemand an der Anlage

Nach dem Nachfüllen von Wasser, nach einer Reparatur oder nach dem Ersetzen eines Heizkörpers ist Luft im System fast die Regel. Entlüften gehört in diesen Fällen zur Nacharbeit dazu.

Was man zum Entlüften der Heizkörper braucht

Die Ausrüstung kostet im Baumarkt wenig. Wichtig ist nur, dass alles bereitliegt, bevor Sie das erste Ventil öffnen.

Ein Entlüfterschlüssel

Ein kleiner Vierkantschlüssel, der auf das Entlüfterventil passt. Manche neueren Heizkörper haben stattdessen einen Schlitz für den Schraubenzieher.

Ein Gefäss

Eine flache Schale oder ein Becher unter dem Ventil. Am Schluss kommt immer etwas Wasser, und Heizungswasser ist dunkel.

Ein Lappen

Für die letzten Tropfen. Auf Teppich und Parkett hinterlässt Heizungswasser Flecken, die bleiben.

Schritt für Schritt

Heizung entlüften: Schritt für Schritt

Nehmen Sie sich für die ganze Wohnung eine ruhige Stunde Zeit. Der grösste Teil davon ist Warten — das eigentliche Entlüften geht schnell.

  1. Alle Thermostatventile voll aufdrehen

    Drehen Sie in der ganzen Wohnung jedes Thermostatventil auf die höchste Stufe. So sind alle Heizkörper offen und die Luft kann sich frei bewegen, statt hinter einem geschlossenen Ventil stehen zu bleiben.

  2. Umwälzpumpe ausschalten und 30 Minuten warten

    Schalten Sie die Umwälzpumpe aus und lassen Sie die Anlage eine halbe Stunde stehen. In dieser Zeit steigt die Luft nach oben und sammelt sich an den höchsten Punkten. Wer sofort loslegt, jagt die Blasen nur im Kreis herum.

  3. Beim nächstgelegenen Heizkörper beginnen

    Fangen Sie bei dem Heizkörper an, der der Heizung am nächsten liegt, und arbeiten Sie sich nach aussen vor. Zusätzlich gilt von unten nach oben: erst das Erdgeschoss, dann die oberen Stockwerke.

  4. Ventil langsam öffnen, zischen lassen, schliessen sobald Wasser kommt

    Halten Sie das Gefäss unter das Entlüfterventil und öffnen Sie es langsam mit dem Vierkantschlüssel; eine Vierteldrehung genügt meistens. Es zischt, solange Luft entweicht. Sobald ein gleichmässiger Wasserstrahl kommt, schliessen Sie das Ventil wieder.

  5. Anlagendruck am Manometer prüfen

    Nach dem Entlüften ist weniger im System als vorher, der Druck sinkt. Lesen Sie das Manometer am Kessel oder an der Verteilung bei kalter Anlage ab. Üblich sind 1,8 bis 2,0 bar. Sinkt der Druck Richtung 1,0 bar, gehen viele Anlagen auf Störung. Bei Bedarf füllen Sie langsam nach.

  6. Pumpe wieder einschalten

    Schalten Sie die Umwälzpumpe ein und lassen Sie die Anlage eine Weile laufen. Kontrollieren Sie danach nochmals, ob alle Heizkörper gleichmässig warm werden — manchmal braucht es einen zweiten Durchgang.

Wann Sie aufhören sollten

Wenn der Druck nach dem Nachfüllen innert Tagen wieder fällt, ist irgendwo ein Leck — dann nicht weiter nachfüllen, sondern anrufen. Wer den Druck immer wieder anhebt, spült frisches, sauerstoffhaltiges Wasser ins System und begünstigt damit Korrosion; das eigentliche Problem verschiebt sich nur nach hinten. Hören Sie ebenso auf, wenn sich ein Entlüfterventil nicht mehr schliessen lässt oder wenn beim Öffnen gar nichts kommt.

Fussbodenheizung entlüften — warum das anders läuft

Eine Fussbodenheizung hat keine Entlüfterventile an den Heizkörpern, weil sie keine Heizkörper hat. Entlüftet wird am Verteiler, also an dem Kasten, in dem alle Kreise zusammenlaufen — meist im Technikraum, im Gang oder in einem Wandschrank.

Dort wird jeder Kreis einzeln behandelt: Der Kreis wird abgesperrt, an Vor- und Rücklauf kommt ein Schlauch mit Ablauf, und der Kreis wird durchgespült, bis keine Luft mehr mitkommt. Danach ist der nächste an der Reihe. Bei zehn Kreisen ist das ein halber Arbeitstag.

Dazu kommt: Wer beim Arbeiten den hydraulischen Abgleich verstellt, hat danach zwar keine Luft mehr, dafür ungleich warme Räume. Das ist mehr Aufwand und gehört in der Regel in Fachhände.

Heizung Wasser nachfüllen — und warum danach nochmals entlüftet wird

Nachgefüllt wird über den Füllhahn, eine kleine Armatur mit Schlauchanschluss in der Nähe des Kessels. Wichtig sind drei Dinge: bei kalter Anlage arbeiten, langsam öffnen und den Zeiger am Manometer im Auge behalten.

Langsam heisst wirklich langsam. Wer den Hahn aufreisst, drückt Luft mit ins System und steht danach wieder am Anfang. Füllen Sie in kleinen Schritten, bis der Zeiger im üblichen Bereich steht, und schliessen Sie danach beides — den Füllhahn und den Absperrhahn dahinter.

Weil frisches Wasser immer Luft mitbringt, wird nach dem Nachfüllen erneut entlüftet. Danach sinkt der Druck ein zweites Mal leicht ab, das ist normal. Kontrollieren Sie am nächsten Tag noch einmal; ist der Wert dann stabil, sind Sie fertig. Wie eine Anlage im Rahmen des Service geprüft wird, steht auf der Seite Heizung und Wärmepumpe.

Wann wir kommen sollten

Heizung entlüftet und trotzdem kalt — wann Sie uns rufen sollten

Wenn eines davon zutrifft, ist Selbsthilfe zu Ende — dann sparen Sie mit einem Anruf Zeit und meistens auch Geld.

Es gluckert weiter, obwohl entlüftet ist

Wenn nach zwei Durchgängen immer noch Luft hörbar ist, kommt sie von irgendwoher nach. Häufige Ursachen sind ein Ausdehnungsgefäss ohne Vordruck, eine undichte Stelle auf der Saugseite der Pumpe oder zu wenig Druck im obersten Stockwerk. Das lässt sich messen, aber nicht erraten.

Der Druck fällt innert Tagen wieder ab

Ein dichtes System hält seinen Druck über Monate. Wer alle paar Tage nachfüllen muss, hat ein Leck — an einer Verschraubung, an einem Heizkörperventil, im Boden oder am Ausdehnungsgefäss. Je früher gesucht wird, desto kleiner bleibt der Schaden.

Ein Heizkörper bleibt kalt, obwohl er entlüftet ist

Kommt beim Entlüften sofort Wasser und bleibt der Heizkörper trotzdem kalt, sitzt das Problem woanders: ein festgefahrener Thermostatstift, ein zugesetztes Ventil, ein verschlammter Heizkörper oder ein Kreis, der hydraulisch zu wenig abbekommt.

Es handelt sich um eine Fussbodenheizung

Das kreisweise Spülen am Verteiler braucht Ausrüstung und Erfahrung, und wer dabei den Abgleich verstellt, merkt es erst an ungleich warmen Räumen. Diesen Teil übernehmen wir lieber gleich selbst.

Unsicher, ob Sie es selbst machen sollen? Rufen Sie an und beschreiben Sie, was Sie sehen — Sie sprechen mit René oder Remo persönlich. Reguläre Termine vergeben wir innerhalb von 48 Stunden.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Entlüften der Heizung

Wie oft muss man die Heizung entlüften?

Eine dichte Anlage wird nicht nach Kalender entlüftet, sondern dann, wenn sie es anzeigt: kalte Heizkörperoberteile, Gluckern oder ein Raum, der trotz offenem Ventil nicht warm wird. Viele Haushalte kontrollieren einmal im Herbst vor der Heizsaison. Wer mehrmals pro Jahr entlüften muss, hat kein Entlüftungsproblem, sondern ein Dichtheitsproblem.

In welcher Reihenfolge entlüftet man die Heizkörper?

Beginnen Sie bei dem Heizkörper, der der Heizung am nächsten liegt, und arbeiten Sie sich nach aussen vor. Zusätzlich gilt von unten nach oben, also erst das Erdgeschoss, dann die oberen Stockwerke. Vorher alle Thermostatventile voll aufdrehen, die Umwälzpumpe ausschalten und 30 Minuten warten, damit sich die Luft oben sammeln kann.

Welcher Druck muss auf der Heizung sein?

Üblich sind 1,8 bis 2,0 bar am Manometer bei kalter Anlage. Sinkt der Druck Richtung 1,0 bar, gehen viele Anlagen auf Störung. Der genaue Sollwert hängt von der Gebäudehöhe ab und steht meistens am Kessel. Prüfen Sie den Druck nach jedem Entlüften, denn mit der Luft geht auch etwas Wasser aus dem System.

Kann man eine Fussbodenheizung selbst entlüften?

In der Regel nicht sinnvoll. Eine Fussbodenheizung wird nicht am Heizkörper entlüftet, sondern kreisweise am Verteiler gespült, meist mit Schlauch und Ablauf. Das braucht Ausrüstung, Zeit und Kenntnis des hydraulischen Abgleichs. Wer die Absperrungen falsch setzt, hat danach ungleich warme Räume.

Was tun, wenn der Heizungsdruck immer wieder fällt?

Nicht immer wieder nachfüllen. Ein wiederkehrender Druckverlust bedeutet, dass Wasser verloren geht oder das Ausdehnungsgefäss seinen Vordruck verloren hat. Jedes Nachfüllen bringt frisches, sauerstoffhaltiges Wasser ins System und begünstigt Korrosion. Lassen Sie die Ursache suchen, statt den Zeiger regelmässig hochzudrehen.

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